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 VÖ: 21.08.1990

 Titel

Text

 01 Zeit für Engel

 

Singles:
Der Himmel schweigt
Zeit für Engel

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 02 Vielleicht  
 03 Ich war nicht allein  
 04 Mittelnachtsball  
 05 Wofür  
 06 Der Himmel schweigt  
 07 Straße ohne Ende  
 08 Der schwarze Gast  
 09 Katzen in der Sonne  
 10 Das Wasser des Lebens  
   
 

 

 

 
 

Zeit für Engel - ein Album für Entdeckungen ...

Es gibt Musiker-Namen, die nicht nur an ein bestimmtes Stück, ein erfolgreiches Album, an ein Foto denken lassen, sondern die einen ganz eigenen Klang haben. Juliane Werding ist so ein Name: nicht mehr wegzudenken aus der deutschen Musik-Szene, als Teenager zu flottem Ruhm gelangt, wenige Jahre später erneut ganz oben in den Charts, weggetaucht und - erfolgreicher denn je - nun schon seit einer ganzen Reihe von Alben wieder an der Spitze. Eine durchaus wechselvolle Karriere, wie sie untypischer nicht sein könnte, in einem Land, das sich traditionell schwer tut mit Idolen und Idealen, mit Stars und Helden. Juliane Werding hat diese Rollen stets abgelehnt. Trotzdem ist sie - niemand kann das bestreiten - zu einem echten Star geworden, dessen Lieder und Texte Sehnsüchte und Träume eines immens großen Publikums artikulieren. Denn Juliane Werdings Helden - meist Heldinnen - sind sensibel, skeptisch, aber immer voller Leben und mit eigener Geschichte und Persönlichkeit. Wie Juliane? Das wäre einfach und durchaus naheliegend, doch es braucht mehr als ein wenig Autobiographie (jeder hat sie), um Menschen bei ihren Träumen und Gefühlen zu packen. Dazu gehört Charisma, Ausstrahlung und die Glaubwürdigkeit einer Musikerin, die gelernt hat, mit Emotionen umzugehen und sie durch ihre Interpretation zu formen. Eine filigrane Balance, die, wenn sie gelingt, die Aussage und Atmosphäre einer Komposition mit sparsamen Mitteln auf den Punkt bringt. Überzeugungskraft: Juliane Werdings Musik hat diese Kraft in jeder Zeile, in jeder Melodie.

Eine Kontinuität, die nicht von ungefähr kommt: Auch bei den Aufnahmen zu "Zeit für Engel" arbeitete Juliane Werding wieder zum großen Teil mit Michael Kunze zusammen, dessen Texte ihre Gold-Alben "Jenseits der Nacht" und "Tarot", wie auch das mit Platin ausgezeichnete "Sehnsucht ist unheilbar" entscheidend mitgestalteten. Texte, wie Michael Kunze sie für Juliane Werding schreibt, entstehen denn auch nicht isoliert "am Schreibtisch", sondern im Dialog: Interpretieren mag und kann Juliane Werding nur etwas, das mit ihrer Persönlichkeit und ihren Gedanken zu tun hat. Zumindest, wenn es so klingen soll, wie es klingt. Überzeugungskraft: so und nicht anders.

Gerade deshalb werden viele Hörer, die sich "Zeit für Engel" nehmen, neue Töne entdecken. Die romantische Komposition "Vielleicht", eine melancholische Idylle der Erinnerung, kontrastiert mit "Ich war nicht allein", wo eine Kirche vom Hort der platonischen zum Ort höchst irdischer Liebe wird. Die Auseinandersetzung mit Glauben und Kirche - kein Thema für Popmusik? Es kommt, wie immer, darauf an - und "Wofür" von Julianes neuem Album ist nur ein Beispiel, wie man sinnfällige Töne für komplexe Gedanken und Querverbindungen finden kann.

Eine zerbrochene Familie, einsame Kinder am Rande der schiefen Bahn - auch kein Thema für Popmusik? "Straße ohne Ende" zeigt, wie man ohne leitartikelhafte Drohgebärde, aber auch ohne Verklärung heikle Themen in Song-Form gießen und sie dabei überzeugend und mitfühlend nachvollziehbar gestalten kann. "Zeit für Engel" - keine Zeit der reinen Idylle, auch wenn für ehrliche Gefühle immer Zeit ist.

Musikalisch präsentiert sich Juliane Werding auf "Zeit für Engel" stilsicher und trotzdem abwechslungsreich. Komponisten wie Hubert Kah oder Gerd Grabowski, aber auch Nachwuchstalent wie Andreas Bärtels und Reiner Husel sorgen für klar konturierte Farben auf der Song-Palette. Und für zwei Kompositionen ("Wofür", "Straße ohne Ende") griff Juliane Werding auch selbst zur Feder. Ihr neues Producer-Team, Udo Arndt und Reinhold Heil, harmonierte blendend mit Julianes stimmlicher Persönlichkeit, die sich auf "Zeit für Engel" wandelbarer, nuancemreicher und packender als je zuvor erweist. Gemeinschaftlich schufen sie transparente Klangräume, in denen die erste Garde der deutschen Musiker (unter anderem Curt Cress/dr, Peter Weihe/g) pointiert und souverän die solistischen und soundprägenden Akzente setzten.

Über zwei Jahre Pause hatte Juliane Werding nach ihrem letzten Album "Tarot" eingelegt, zwei Jahre, in denen sie sich fast völlig in die private Sphäre ihrer jungen Familie zurückzog und bewußt wieder eine Zäsur setzte. Zwei Jahre, in denen sie intensiv an einem Album arbeitete, das zum vielleicht intensivsten, ausdrucksstärksten und persönlichsten ihrer Karriere wurde. Themen und Texte, die überraschen. Musik, die durch sparsame Gesten und schlanke Arrangements von innen leuchtet. Die Wandlung, die Juliane Werding in den letzten Jahren vollzogen har, findet hier ihren perfekten Ausdruck.

Letzte Aktualisierung: 05. April 2014 | www.juliane-werding.de ||